Vielfalt statt Einfalt- Klasse 5.4 erkundet Glaubensvielfalt am Borsigplatz

Am 08. Mai fand an unserer Gesamtschule Gartenstadt ein Projekttag zum 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus statt.

Herr Solak und Frau Koske-Baumann haben aus diesem Grund mit ihrer Klasse 5.4 an der Entdeckungstour „Glaubensvielfalt am Borsigplatz“ teilgenommen. Ziel war es, der Klasse zu vermitteln, wie wichtig Interesse statt Ablehnung ist, Vielfalt wesentlich bereichender ist als Eintönigkeit und Erneuerung manchmal notwendig ist, um Stillstand zu vermeiden.

Mit Neugierde machten sich die Schüler/innen und Lehrkräfte bei bestem Mai-Wetter auf, um gemeinsam mit Frau Annette Kritzler vom Team „Borsigplatz- Verführungen“ die einzelnen Gotteshäuser zu erkunden.

Los ging es an der ehemaligen, evangelischen Lutherkirche (heute „Studio 41“) die im zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde und nach und nach mit architektonisch modernen Elementen wieder aufgebaut wurde. Durch den gravierenden Schwund an Gemeindemitgliedern und aufgrund finanzieller Engpässe, entschloss sich die Gemeinde das angrenzende Gemeindehaus an die russisch – orthodoxe Kirche zu verkaufen. Auch für die Kirche der Gemeinde wurde ein neues Konzept vorgesehen. Das Innere der Kirche wurde in ein offenes Gebäude mit zwei Ebenen verändert, so dass es dort Raum für Konzerte, Kreativangebote und vieles mehr gibt. Auch das ursprüngliche Konzept des Gottesdienstes wurde überdacht, Gottesdienste werden nun ohne Pfarrer abgehalten.

Die Schüler/innen gingen im Gebäude gezielt auf Entdeckungstour. Sie bemerkten zum Beispiel, dass ursprüngliche Elemente wie der Altar (gebaut aus Stahl von Hoesch), das Kreuz und die Orgel noch vorhanden waren, jedoch auch moderne Elemente wie ein Kicker, ein Konferenzbereich, eine Küche, ein Kreativraum etc. dazugekommen sind.

Der nächste Stopp fand an der  russisch- orthodoxen Kirche (ehemaliges Gemeindehaus der evangelischen Kirche) statt. Die Schüler/innen bemerkten direkt  Unterschiede zur evangelischen Kirche, das Symbol von Kuppel und Kreuz, der verdeckte Altar nur für die Priester, der Geruch von Weihrauch, der Opfertisch und die Bilder von der Zarenfamilie im Vorraum. Wir erfuhren, dass am Wochenende bis zu 300 Gläubige aus der ganzen Region in das Gotteshaus kommen. Der Gottesdienst dauert bis zu drei Stunden und die Gläubigen müssen  während des gesamten Gottesdienstes stehen.

Unsere letzte Station führte uns zur Kocatepe Moschee, die es seit 1982 gibt und bereits einigen Schülern aus unserer Klasse bekannt war. Dort wurden wir von Herrn Salih Tattma herzlich Willkommen geheißen. Von ihm erfuhren wir, dass man sich vor dem Gang in die Moschee die Schuhe auszieht, die Gebetsnische Richtung Mekka zur Kaaba zeigt, der Imam fünf Mal am Tag zu festgelegten Gebetszeiten betet, der Prediger eine eigene Kanzel zum Predigen hat, Frauen und Männer in unterschiedlichen Bereichen beten, um sich nicht beim Gebet abzulenken und was es mit den „Fünf Säulen des Islams“ auf sich hat.

 Abschließend möchten wir Frau Plümpe und Herrn Tattma ein herzliches Dankeschön aussprechen! Wir durften erleben, dass die Türen aller drei Gotteshäuser für uns offen standen und wir überall willkommen geheißen wurden. Zum Schluss gab uns Herr Tattma folgende wichtige Botschaft mit auf den Weg:

„Geht respektvoll und höflich mit euren Mitmenschen um, mobbt niemanden  aufgrund seiner Religion oder Herkunft!“

Die Schüler/innen der Klasse 5.4, Herr Solak und Frau Koske- Baumann