Musical 2.0 mit Schwarzlichtzauber: „Zaubern muss gelernt sein“

Scarlett Hermann-Schenk

Am 11. und 12. Juni zeigten Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gartenstadt in ihrem Musical „Zaubern muss gelernt sein“ dem Publikum 60 Minuten lang im wohltemperierten Blue Notez, dem als Jazzclubkeller bekannten Clubraum unter der Aula, wie man das Zaubern lernen kann. Das Stück mit Schwarzlichtelementen erzählt über Magie, Ausgrenzung und die Frage, wem Wissen gehört. Noch Tage später trafen sich Spielerinnen und Spieler verschiedener Jahrgangsstufen geheimnisvoll lächelnd auf den Gängen der Schule – Zusammengehörigkeit

Das Stück – ein Stückchen Geschichte: In einer magischen Welt entscheidet die Herkunft über die Zugehörigkeit. Die elitäre Akademie Alchemicus duldet nur Zauberer mit „reinem“ Stammbaum; ihr gegenüber stehen die Wildhexen, ein bunt zusammengewürfelter Haufen Selbstlernender, die für ein Wissen einstehen, das allen offensteht. Der fanatische Schuldirektor (gespielt von Peter Brown, Q1) will allen Wildhexen ihre gefährliche Magie entziehen und Wildhexenanführerin Dark Knight (gespielt von Janne Pflug, Q1) versucht genau das zu verhindern. Der Schuldirektor baut zu diesem Zweck eine geheime Maschine (gespielt und mit Sologesang von Daniel Tkacev), die die Magie aller Angeschlossenen aussaugt. Nach der ersten Konfrontation zwischen Wildhexen und AkademikerschülerInnen im verwunschenen Wald endet das Stück offen, denn es gibt noch so viele kleine und mittlere Episoden zu erzählen, für die es schade gewesen wäre, das Stück noch weiter zu kürzen.

Stimmen aus dem Publikum: Wir hatten das Glück, eine Generalprobe mit Gästen zu haben, das erhöht die Aufmerksamkeit der Mitspielenden. Zu Besuch war die Erasmus+-Gruppe aus Italien, die uns folgenden Kommentar hinterließen:

„Lo spettacolo ‚Zaubern‘ ci è piaciuto molto. Gli studenti hanno recitato con entusiasmo e grande coinvolgimento. La qualità della rappresentazione, insieme ai frequenti cambi di scena e di luci, ha consentito anche agli studenti italiani, pur non conoscendo il tedesco, di comprendere e apprezzare la storia narrata.“

[dt.: Die Aufführung „Zaubern“ hat uns sehr gut gefallen. Die Schülerinnen und Schüler haben mit viel Begeisterung und großem Engagement gespielt. Die hohe Qualität der Darstellung sowie die häufigen Szenen- und Lichtwechsel ermöglichten es auch den italienischen Schülerinnen und Schülern, die kein Deutsch sprechen, die erzählte Geschichte zu verstehen und zu genießen.]


Wer zu Besuch bei der Premiere und der zweiten Aufführung war, beschrieb die hohe Leistung der Darbietung, hervorzuheben ist auch der Solotanz von Leyla Liß (EF), die sich ihre Magie ertanzte.

Ein weiteres Highlight war die musikalische Unterstützung aus dem „Barraum“. In der Premiere ergänzten die Celli-Spielenden Letizia Färber (Jahrgang 8), Mila Isabella Mainczyk und Aiden Patrick Roser (Jahrgang 5) gemeinsam mit ihrem Lehrer Marc Himmelreich das Lehrertrio Sebastian Haase (Bass), Helge Hingst (Keyboard) und Benedikt Weber (Gitarre). Die Cellisten und Cellistinnen begleiteten einige geheimnisvolle Szenen mit unheimlichen und mysteriösen Klängen. Die Songs, als Melodien von Zauberer von Oz bekannt, waren passend auf das Stück gedichtet und wurden schnell zu Ohrwürmern. Marc Himmelreich ergänzte die Szene des „Zauberlehrling“ passend mit der bekannten Filmmusik.

Viele abwechslungsreiche Ideen, eingebaute Filmzitate, Anleihen an bekannte Zaubergeschichten wie Harry Potter, Dr. Strange und Zauberer von Oz und die ausgeprägte Spielfreude des Ensembles wurden von vielen Stimmen betont.

Getragen haben das Stück vier Lehrkräfte im Team mit zusätzlichen Besprechungen, dem gemeinsamen Umschreiben von Texten, Sonderproben an Wochenenden, mit musikalischen  Probenterminen als Trio extra und Auf- und Abbauzeiten. Das alles geschah zusätzlich zum regulären Deputat.

Unser Tun hat Nachhaltigkeit. „Die Magie ist für alle da“ – dieser Satz fällt im Stück beiläufig, aber er ist sein Herzstück. Offenheit statt Reinheit, Gemeinschaft statt Ausgrenzung, Verbindung statt Kontrolle und zuletzt auch Individualität statt Konformität. Einige Rückmeldungen der Mitspielenden zeigen, dass wir diese Art Projekte an unserer Schule brauchen.

Mitwirkende:

Ensemble

Q1: Peter Brown, Janne Pflug

EF: Tatjana Edling, Daniel Tkacev, Edgar Ibadoullaev, Tobias Bucker, Leyla Liß, Susan Pehlivanoglu, Antonio Tiago Plaizek

Jahrgang 7: Thirca-Aimerode Gata Mampuya

Jahrgang 6: Tilo Edling

Unsere Ehemaligen: Ana Sofia de Matos Rabaca, Jerome Malique Megger und Luca Andrés Cordovez von Hausen

Musiker

Donnerstag mit dabei: Letizia Färber (8.5), Mila Isabella Mainczyk (5.6), Aiden Patrick Roser (5.2)

Lehrer: Sebastian Haase (Bass), Helge Hingst (Piano), Marc Himmelreich (Cello), Benedikt Weber (Gitarre)

Der Hintergrund

Regie, Bühnenfassung: Scarlett Hermann-Schenk und Helge Hingst

Musikalische Leitung: Sebastian Haase und Benedikt Weber

Musikalische Unterstützung: Marc Himmelreich (Cello)

Organisation: Sebastian Haase, Scarlett Hermann-Schenk, Helge Hingst und Benedikt Weber

Bühnenbild: DuG 7, Musicalgruppe

Lichttechnik: Ingo Frank

Gestaltung Plakat, Flyer: Leyla Liß, Scarlett Hermann-Schenk