Nähmaschinen statt Schnelltrends, Second-Hand statt Wegwerfmode und internationale Begegnungen statt Klassenzimmeralltag: Vom 24. bis 28. November 2025 nahmen 30 Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Gesamtschule Gartenstadt Dortmund am Erasmus+-Projekt „Green is the new black!“ teil. Ziel der Mobilitäten waren Poissy in Frankreich und Mailand/Corsico in Italien – und das Thema hätte aktueller kaum sein können: nachhaltiger Modekonsum und die Folgen der Fast-Fashion-Industrie.
Poissy: Aus alt mach neu
Am Lycée Adrienne Bolland in Poissy wurde Nachhaltigkeit ganz praktisch umgesetzt. Gemeinsam mit französischen Schülerinnen und Schülern arbeiteten unsere Jugendlichen in einer Modeschule an der Nähmaschine. Aus alten Kleidungsstücken entstanden neue Designs und Taschen – Upcycling zum Anfassen. Asia fasst ihre Eindrücke so zusammen: „Uns hat beeindruckt, was man alles mit recycelten Materialien machen kann.“ Auch Damiano nahm einen ganz konkreten Vorsatz mit: „Vielleicht kaufe ich jetzt mehr Second-Hand-Klamotten, anstatt immer nur neue Kleidung.“ Besonders intensiv erlebte Kendra die Arbeit in der Modeschule: „Am eindrucksvollsten fand ich die Tage in der Modeschule in Poissy. Wir haben jeden Tag etwas Neues gelernt – vom Entwerfen unserer Kleidungsstücke bis hin zum Nähen. Dadurch habe ich gemerkt, wie viel Präzision und handwerkliche Arbeit in der Herstellung von Kleidung steckt. Mode ist nicht nur ‚kaufen‘, sondern ein kreativer Prozess, der viel Können und Verantwortung gegenüber der Umwelt erfordert.“
Mailand: Mode aus neuen Perspektiven
In Mailand/Corsico an unserer Partnerschule IIS Falcone Righi wurde Mode aus vielen Blickwinkeln betrachtet. Im Grafikunterricht entwarfen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Modetypen, im Geschichtsunterricht beschäftigten sie sich mit der Entwicklung der Mode. In Deutsch- und Englischstunden interviewten sich deutsche und italienische Jugendliche gegenseitig zu ihrem Modekonsum. Wisam war besonders von einem Programmpunkt begeistert: „Besonders gefallen hat mir der Besuch der Modeschule in Mailand. Es war sehr schön und vielfältig.“ Berfin betont hingegen den kulturellen Austausch: „Mir hat es besonders gefallen, die verschiedenen Sichtweisen der anderen Kulturen kennenzulernen.“ Sean bringt seine wichtigste Lernerfahrung auf den Punkt: „Ich habe gelernt, dass man darauf achten sollte, was man kauft und ob man das Kleidungsstück überhaupt braucht.“
Experteninterviews: Lernen von Profis
Ein besonderes Highlight waren die Interviews mit Expertinnen und Experten der nachhaltigen Modebranche, darunter u.a. die Designerin Nicoletta Fasani sowie Erica Brunetti von Trama Plaza. Ali berichtet: „Mein eindrucksvollstes Erlebnis waren die Interviews mit den Expertinnen und Experten für nachhaltige Mode, weil ich dort am meisten gelernt habe. Die Reise hat meine Sicht auf Mode verändert, da ich jetzt viel stärker auf die Umweltauswirkungen achte.“ Besonders überrascht habe ihn, „wie viel CO₂ man durch die Wahl bestimmter Materialien einsparen kann.“
Auch Alexander fand diese Einblicke prägend: „Am eindrucksvollsten fand ich die Interviews und die Besuche, zum Beispiel bei der Designerin. Es war interessant zu sehen, wie aus alten Stoffen tolle neue Kleidungsstücke entstehen.“
Alexandros hebt die Organisation Trama Plaza besonders hervor: „Ich fand das Projekt von Trama Plaza sehr cool und beeindruckend, wie stark sich dort alle für nachhaltige Mode einsetzen.“
Nachhaltigkeit, die bleibt
Viele Schülerinnen und Schüler nahmen neue Denkweisen und Vorsätze mit nach Hause.
Ali sagt: „Nach der Reise möchte ich bewusster einkaufen und weniger Fast Fashion kaufen. Kleine Entscheidungen wie Second-Hand können viel bewirken.“
Melina beschreibt, wie sehr sich ihr Blick auf Mode verändert hat: „Die Zeit in der Modeschule hat mir gezeigt, wie viel Arbeit, Kreativität und Fachwissen hinter Mode steckt. Dadurch sehe ich Kleidung jetzt bewusster und achte mehr darauf, wie sie hergestellt wird.“ Überraschend fand sie, „wie viele Faktoren nachhaltige Mode beeinflussen – von den Materialien über die Produktion bis hin zur Lebensdauer eines Kleidungsstücks.“ Ihr Fazit: „Nachhaltige Mode muss nicht kompliziert sein. Schon kleine Schritte helfen: Kleidung länger tragen, besser pflegen oder Second Hand ausprobieren. Man kann modebewusst sein und trotzdem verantwortungsvoll handeln.“
Europa erleben – über Mode hinaus
Neben dem Thema Mode stand auch der internationale Austausch im Mittelpunkt.
Berfin sagt: „Die Teilnahme an Erasmus-Projekten und die Erfahrungen in einem anderen Land kann ich auf jeden Fall empfehlen.“ Kannan betont die menschliche Seite des Projekts: „Am Austausch hat mir die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft besonders gefallen – zum Beispiel durch Geschenke, Essen oder nette Komplimente.“ Seine klare Empfehlung: „Auf jeden Fall mitmachen: neue Erlebnisse, neue Kontakte, schöne Erinnerungen – und das kostenlos.“ Auch Alexandros ist überzeugt: „Ich würde das Projekt weiterempfehlen, weil Erasmus Spaß macht und man sich gleichzeitig für eine gute Sache einsetzt.“
Ausblick: Modenschau in Dortmund
Das Projekt ist noch nicht zu Ende: Im Juni kommen die französischen Schülerinnen und Schüler nach Dortmund. Gemeinsam wird eine Modenschau mit den entstandenen Kleidungsstücken organisiert. Außerdem werden die Vlogs aus den Interviews mit den Experttinnen und Experten präsentiert.
Fazit: Dieses Erasmus+-Projekt zeigt eindrucksvoll, dass nachhaltige Mode nicht nur wichtig, sondern kreativ, international und inspirierend ist. Green is the new black!



















