„Es war einfach überwältigend, ich habe kaum Worte.“ So urteilte eine Zuhörerin über das Konzert, das am vergangenen Freitag in der voll besetzten Aula der Gesamtschule Gartenstadt über die Bühne ging. Und so leisteten die Zuschauer am Ende auch standing ovations für ein vielfältiges, eher rock-orientiertes Programm von Ernst-Walter Hemmerich, das auch Jazz und klassische Anteile enthielt und bei dem jede Nummer einzigartig ausfiel.
Mit dabei waren wieder einmal der andere chor herdecke unter der Leitung von Dieter Kannengießer und EW Hemmerich, sowie die von Hemmerich und Denise Klaußner geleiteten Dortmunder Gruppen, das Schulorchester der Gesamtschule DO-Gartenstadt sowie die Big Band Brass Connection, insgesamt etwa 120 Aufführende. Dazu kamen die Sängerin Daniela Rothenburg und der Gitarrist Andreas Meißner, beide Lehrkräfte dieser Schule.
Der Turmbau zu Babel, eine Geschichte aus dem Alten Testament, wurde von Karl Jenkins in einer Fassung für singenden und sprechenden Chor wieder neu belebt. Jenkins machte dabei sicherlich Anleihen bei Rap und HipHop. Der andere chor führte diesen Satz mit Orchester aus dem Oratorium „One World“ sehr ausdrucksstark aus, in dem er die Bühne mit frei gesprochenen Texten verließ und mit vielen verschiedenen Sprachen in das Publikum ging, von Altgriechisch über Hebräisch bis hin zu vielen modernen Sprachen.
Ganz anders die Sarabande des ehemaligen Deep Purple-Organisten Jon Lord, die eine Mischung aus barocker Form und rock-orientiertem Sound für E-Gitarre und Orchester ist. Andreas Meißner spielte hier eine mit dem Orchester fein abgestimmte Sologitarre, Denise Klaußner meisterte in der Leitung rhythmisch anspruchsvolle Passagen.
In einer Hommage zum 100. Geburtstag von Miles Davis spielte die Big Band Brass Connection einige seiner Klassiker wie „All Blues“ oder „Freddie Freeloader“. Besonderen Applaus bekam das rhythmisch aufgepeitschte und äußerst präzise gespielte „Birdland“ von Josef Zawinul, der einige Jahre in der Miles Davis-Band Keyboarder war. Mit „My Funny Valantine“, einer Broadway-Nummer aus dem Repertoire von Miles Davis, setzte Daniela Rothenburg mit dem Quintett Erda Saluto einen ergreifenden Ruhepunkt in das Programm.
In seinem a-capella-Teil brachte der andere chor Rock-Klassiker wie „Riders on the Storm“ oder „Sympathy for the Devil“, einem Stück der Rolling Stones mit neuem Hemmerich-Arrangement, das den Luzifer wie eine multiple Persönlichkeit wirken lässt. Im deutschen Text hatte D. Rothenburg den Luzifer theatralisch ausdrucksstark umgesetzt, der mit Freude für das Böse in der Welt zuständig ist, eine makabre Vorstellung.
Auf die Pausen kam es an in dem Dylan-Klassiker „Like a Rolling Stone“, einem höchst eigenwilligen Arrangement, in dem der deutsche Text – hautnah gesprochen von Klaus Klinkmann – nur mit dem Refrain im Chor abgewechselt wurde, dies aber so, dass in den Chorpartien z. T. extrem lange Pausen entstanden, die im Zuhörer bedrückende Bilder des Geschehens entfalteten.
Neben reinen Orchesterstücken gab es auch große Arrangements für Solo, Chor und Orchester wie z. B. Michael Jackson’s Earthsong oder den Led Zeppelin-Klassiker „Stairway to Heaven“. In seinem Arrangement ersetzt Hemmerich dabei sehr effektvoll die Sologitarre durch Einlagen der Orchestersolistinnen mit Bach- und Vivaldi-Phrasen.
Ein tolles Konzert, das das Musikleben in der Gartenstadt einmal mehr bereichert hat.
von EW Hemmerich





























